Lieferkette.
Die Definition von CO₂-reduziertem Aluminium.
Bei dem im Macan verwendeten CO₂-reduzierten Aluminium wurden im Herstellungsprozess pro Kilogramm weniger CO₂-Emissionen verursacht, als es beim durchschnittlich in der EU verwendeten Primäraluminium der Fall ist. Hierbei handelt es sich um Aluminium ohne Weiterverarbeitung zu Halbzeugen (z. B. Bleche) oder Bauteilen.
Der mittlere CO₂-Fußabdruck von Aluminium in der EU wird z. B. von European Aluminium ermittelt. Der im November 2024 veröffentlichten Studie „Environmental Profile Report for the European Aluminium Industry“ von European Aluminium zufolge liegt das Treibhausgaspotential des durchschnittlich in Europa verwendeten Primäraluminiums bei 9,7 kg CO₂e/kg Aluminium.
CO₂e steht für CO₂-Äquivalente – eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase. Zur Reduzierung der Komplexität wird auf der Modellseite die Bezeichnung „CO₂” genutzt.
Der Einsatz von CO₂-reduziertem Aluminium beim Macan.
Beim Macan hat Porsche unmittelbare Zulieferer von ausgewählten Bauteilen verpflichtet, CO₂-reduziertes Aluminium einzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist der Rahmen der Hochvoltbatterie. Für einen Großteil des dort verwendeten Aluminiums (über 50kg) wurde der CO₂-Fußabdruck des Bauteils, verglichen mit dem durchschnittlich in Europa verwendeten Primäraluminium mit 9,7 kg CO₂e/kg Aluminium, um ca. 59% auf 4,0 kg CO₂e/kg Aluminium reduziert.
Ein weiteres Beispiel sind die für den Macan erhältlichen Räder. Durch den Einsatz von CO₂-reduziertem Primär- und Sekundäraluminium wurde das erwartete Treibhausgaspotential des eingesetzten Aluminiums bei den Radvarianten im Durchschnitt auf unter 4,0 kg CO₂e/kg Aluminium reduziert.
Die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien.
Ein zentraler Stellhebel zur Reduktion der CO₂-Emissionen in der Lieferkette ist die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien. Die Hochvolt-Batteriezellfertigung ist einer der Prozesse mit besonders hohem Strombedarf. Darum hat Porsche den unmittelbaren Zulieferer von Hochvolt-Batteriezellen dazu verpflichtet, ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien einzusetzen.
Produktion.
Seit 2017 kommt bei der Porsche eigenen Produktion in Leipzig ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz. Hierzu nutzt Porsche unter anderem seit 2021 werkseigene Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von mittlerweile knapp 10 MW Spitzenlast. Die nötige Wärme wird größtenteils durch Biomasse und bilanzielles Biomethan erzeugt. 2024 lag dieser Anteil bei über 90%. Bilanzielles Biomethan bedeutet, dass eine dem Gasnetz entnommene Gasmenge der an einer anderen Stelle ins Netz eingespeisten Menge Biomethan entspricht.
Nutzungsphase.
Mit jedem neuen vollelektrischen Fahrzeug entsteht durch das Laden in der Nutzungsphase zusätzlicher Strombedarf. Um diesen Bedarf abzudecken, fördert Porsche die Schaffung neuer Wind- und Solarkapazitäten, deren erzeugte Energie in die Stromnetze eingespeist wird.
Dabei möchte Porsche mit einem modellbasierten Ansatz den durch die wachsende vollelektrische Macan Flotte voraussichtlich ausgelösten Mehrbedarf durch erneuerbare Energien decken. Hierfür wird der Zubau von Wind- und Solaranlagenleistung in den jeweiligen Stromversorgungsnetzen der Weltregionen (Europa, USA, China) unterstützt – so dass diese Leistung ausreichend dimensioniert ist, um den modellbasierten Stromverbrauch der Macan Neuwagenflotte zu decken. Die exakte Erzeugungsleistung von Wind- und Solaranalagen hängt vom Wetter (Wind und Sonneneinstrahlung) ab. Um die erwartete Erzeugungsleistung abzuschätzen, zieht Porsche den mittleren Erwartungswert des von Porsche geförderten Anlagenoutputs heran. Dieser gibt an, welchen Ertrag an Strom die Anlage mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils 50% über- oder unterschreiten kann. Porsche unterstützt den Zubau der notwendigen Kapazität von Wind- und Solaranlagen finanziell, indem gemeinsam mit weiteren Gesellschaften aus dem Volkswagen Konzern Verträge mit dem Anlagenerrichter und/oder -betreiber über zehn Jahre Laufzeit abgeschlossen werden. Porsche verpflichtet sich in den Verträgen zur Zahlung eines festen Betrags je erzeugter Energieeinheit, erhöht so die Planungssicherheit des Anlagenbetreibers und trägt somit anteilig als Baustein zur Finanzierung der neuen Anlage bei. Als Gegenleistung erwirbt Porsche die Herkunftsnachweise (EACs: Energy Attribute Certificates) für den eingespeisten Strom und damit dessen „ökologische Eigenschaft“. Durch Entwertung der Zertifikate werden Doppelnutzung und Doppelvermarktung durch Dritte verhindert.
Die Berechnung des modellbasierten, voraussichtlichen Strombedarfs.
Für Fahrzeuge in Europa, China und den USA werden regionsspezifische, mittlere Verbrauchswerte der Hauptmarktregionen ((EU+3 (Island, Norwegen, Großbritannien), USA, China) kalkuliert – für eine angenommene Laufleistung von 200.000 km pro Fahrzeug in zehn Jahren. Die Verbrauchswerte werden gemäß des jeweils gesetzlich vorgesehenen Prüfzyklus ermittelt. Für Fahrzeuge, die für andere Regionen in der Welt produziert werden, wird ein volumengewichteter, mittlerer Verbrauchswert der Hauptmärkte verwendet. Die angenommene Laufleistung von 200.000 km richtet sich dabei nach der Empfehlung des VDA-Leitfadens 900-100.
Das Vorgehen lässt Porsche einmal pro Jahr von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen.
Wiederverwertung.
Porsche hat z. B. ein tiefgehendes Reparaturkonzept für die Macan Hochvolt-Batterie mit weltweiter Verfügbarkeit über die Porsche Zentren und Partner-Werkstätten entwickelt. Im Falle eines Reparaturbedarfs der Batterie können Fehler diagnostiziert und gezielt defekte Komponenten ausgetauscht werden. Hierdurch lassen sich beispielsweise auch einzelne Batteriemodule wechseln. Durch diese Maßnahmen kann eine ressourcenschonendere und kosteneffizientere Reparatur der Batterie ermöglicht werden. Die in der Batterie verwendeten Rohstoffe bleiben damit länger im Einsatz.
Auch am Ende des Batterielebens hat ein verantwortungsvoller Umgang mit den Rohstoffen für Porsche höchste Priorität. Hierzu hat sich das 100-prozentige Tochterunternehmen Porsche Ventures im Mai 2024 an dem Batterie Recycling Scale-up cylib beteiligt. Der von cylib entwickelte, innovative Prozess ermöglicht es, ca. 90% der Hochvolt-Batterierohstoffe zurückzugewinnen (massengewichtet für Lithium, Graphit, Nickel, Mangan, Kobalt). cylib plant ab 2027 herstellerübergreifend jährlich 30.000 t End-of-Life-Batterien in einer neuen Industrieanlage zu recyceln.